Trotz, oder nicht?

18. Januar 2021 von

Unser Sohn ist jetzt mitten drin.
Die Autonomiephase hat begonnen und wir dürfen so einige Wutausbrüche begleiten. Doch ist das Trotz?
Fest steht: Wir schaffen das. Zusammen.


Früher habe ich das noch anders gesehen. Ich war genervt und habe mich persönlich angegriffen gefühlt, wenn unsere Tochter “ihren Willen durchsetzen wollte” und “trotzte”.
Heute habe ich glücklicherweise einen anderen Blick auf bestimmte Situationen.

Hier ist einer von vielen möglichen Momenten, bei denen ich mir wirklich die Frage stelle:

Wer ist hier eigentlich trotzig?

Trotz. Ein Beispiel.

Kind: Mama, raus. Garten.
Mama: Nein, ich will noch aufräumen.
Kind: Komm mit.
Mama: Jetzt nicht.
Kind: Zieht Mama am Bein, weint und schreit…

Mama: Los, wir gehen jetzt!
Kind: Nein. Spielen.
Mama: Komm, hier ist deine Jacke.
Kind: Nein.
Mama: Zieht das Kind unter Protest an.
Kind: Weint und schreit…

Ähnliche Situationen, oder seht ihr das anders?

Erwachsene lassen oft ihre Macht spielen. Auch sie werden manchmal laut, wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen läuft.
Kinder können sich meistens nicht helfen. Sie werden zu etwas gebracht, was sie nicht wollen und können auf der anderen Seite ihre Eltern nicht einfach dazu bringen etwas zu tun, das sie gern wollen, wenn es den Eltern gerade nicht passt.

Das ist doch zum Schreien…

Ganz abgesehen davon, dass das kindliche Gehirn noch gar nicht so weit entwickelt ist, um sich in den Anderen hinein zu versetzen und die Erklärungen zu verstehen oder Situationen zu bewerten.
Der Verstand schaltet sich ab und die Kinder reagieren so, wie sie es in diesem Moment nur können, oft mit einem Wutausbbruch.

Der Begriff “Autonomiephase” trifft diese Entwicklungsperiode unserer Meinung nach besser als “Trotzphase”.